Luftbildung im Wasserkern ist zu einem gewissen Grad völlig normal – Wasser ist ein lebendiges Medium und gibt fortlaufend gelöste Gase ab. Bevor Sie zu Pflegemitteln greifen, sollten Sie deshalb erst feststellen, ob die Luftmenge wirklich überhöht ist oder im natürlichen Rahmen liegt. Erst bei tatsächlich erhöhter Luftbildung kommen weiterführende Schritte in Betracht.
Luftblasen sind normal – ein Stück Natur im Bett
Das gelegentliche Entlüften zeigt, dass Sie auf dem gleichen lebendigen Element schlafen, aus dem Sie täglich Ihre Lebensenergie durch Trinken beziehen. Viele Wasserbettschläfer empfinden das sanfte Geräusch der sich bewegenden Wasserblasen sogar als angenehm – ähnlich wie das Plätschern am Strand oder beim Bootfahren.
Wichtig zu wissen: Die Bildung von Luft im Wasser entzieht sich der technischen Einflussnahme bei der Herstellung der Wasserkerne. Weder ein Hersteller noch ein Pflegemittel kann die Luftbildung vollständig stoppen. Pflegemittel wie Luftbinder können zudem Einfluss auf die Lebensdauer des Vinyls und die Wellenberuhigung haben – sie sollten deshalb nur eingesetzt werden, wenn die Luftbildung wirklich auffällig erhöht ist.
Praxistipp für einzelne kleine Luftblasen
Hören Sie nachts vereinzelt kleine Luftblasen und stört Sie das? Es gibt eine seit Jahrzehnten bewährte Methode, ohne Bezug-Abnehmen und ohne Aufwand: Drücken Sie die kleine Luftblase im geschlossenen Zustand des Wasserbettes – also ohne Abnehmen des Bezuges und ohne Öffnen der Auflage – einfach mit der Hand in Richtung Fußende. Dort hören Sie die Blase nicht mehr.
Warten Sie mit einem richtigen Entlüftungsvorgang, bis sich eine größere Luftmenge gesammelt hat, sodass sich der Zeitaufwand lohnt.
Schritt 1: Tatsächliche Luftmenge bestimmen
Bevor Sie Pflegemittel einsetzen, lohnt es sich, die tatsächliche Luftbildung zu messen. Nur so wissen Sie, ob die Luftmenge wirklich auffällig ist oder im normalen Bereich liegt.
- Wasserkern perfekt entlüften.
- Eine Woche warten.
- Alle entstandene Luft auf eine Stelle in der Mitte des Wasserkerns streichen.
- Durchmesser der so entstandenen Luftblase messen.
- Luftmenge anhand der folgenden Tabelle ablesen.
- Wert mit 12 multiplizieren (= Luftmenge auf 12 Wochen / ca. 3 Monate).
Luftmenge nach Durchmesser der Blase (pro Woche)
| Durchmesser | Luftmenge pro Woche | Hochgerechnet auf 12 Wochen |
|---|---|---|
| 1 cm | 0,001 Liter | 0,012 Liter |
| 2 cm | 0,002 Liter | 0,024 Liter |
| 3 cm | 0,003 Liter | 0,036 Liter |
| 4 cm | 0,004 Liter | 0,048 Liter |
| 5 cm | 0,005 Liter | 0,060 Liter |
| 6 cm | 0,007 Liter | 0,084 Liter |
| 7 cm | 0,012 Liter | 0,144 Liter |
| 8 cm | 0,021 Liter | 0,252 Liter |
| 9 cm | 0,035 Liter | 0,420 Liter |
| 10 cm | 0,054 Liter | 0,648 Liter |
| 11 cm | 0,080 Liter | 0,960 Liter |
| 12 cm | 0,117 Liter | 1,404 Liter |
| 13 cm | 0,166 Liter | 1,992 Liter |
| 14 cm | 0,230 Liter | 2,760 Liter |
| 15 cm | 0,318 Liter | 3,816 Liter |
| 16 cm | 0,435 Liter | 5,220 Liter |
Richtwert: Liegt der hochgerechnete Wert für 12 Wochen bei 3 bis 4 Liter, befindet sich die Luftbildung im normalen Bereich. Abweichungen nach oben oder unten hängen von der Wasserzusammensetzung (pH-Wert, Kalkgehalt), Wassertemperatur und den verwendeten Pflegemitteln ab und können sich im Laufe der Zeit verändern.
Liegt Ihr Wert deutlich über 4 Liter oder bemerken Sie zusätzlich unangenehmen Geruch, gehen Sie zu Schritt 2 über.
Schritt 2: Richtig entlüften
Walken Sie den Wasserkern systematisch durch und streichen Sie die Luft aus den Ecken in Richtung Einfüllstutzen – dort sammelt sie sich. Anschließend mit einer guten Entlüftungspumpe absaugen.
Die Runa Entlüftungspumpe hält die Wassersäule beim Absaugen konstant – es strömt also keine Luft zurück in den Kern. Das macht das Entlüften gründlicher und auch alleine durchführbar.
Schritt 3: Bakterielle Ursache ausschließen
Geht die erhöhte Luftbildung mit einem unangenehmen Geruch oder einer schmierigen Vinyl-Innenseite einher, liegt fast immer ein bakterieller Befall vor. In diesem Fall hilft kein Luftbinder – das Wasser muss zuerst entkeimt werden.
Behandeln Sie den Wasserkern mit Aquashock Wasserentkeimer. Das Wasser muss dafür nicht abgelassen werden. Nach 10–14 Tagen mit dem Konditionierer zur Langzeitkonservierung nachfüllen. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter Wasserbett entlüften & Gerüche beseitigen.
Schritt 4: Bei deutlich erhöhter, nicht-bakterieller Luftbildung
Nur wenn die Messung aus Schritt 1 eine klar erhöhte Luftbildung zeigt und ein bakterieller Befall ausgeschlossen ist, kommen Luftbinder ins Spiel. Beachten Sie dabei: Pflegemittel können die Lebensdauer des Vinyls und die Wellenberuhigung beeinflussen – setzen Sie sie deshalb gezielt und nicht vorbeugend ein.
- Eine Flasche Optiwet Entschäumerkonzentrat in den Wasserkern geben, durchwalken und 10–15 Minuten unverschlossen ruhen lassen. Optiwet löst feine Luftbläschen aus Vliesen und Vinyl-Innenseite.
- Wasserkern gründlich entlüften.
- Eine Flasche Bubble Sorb Luftbinder einfüllen. Bubble Sorb puffert bis zu 100 Liter Sauerstoff chemisch ab.
Beide Produkte sind zusammen mit dem POM-Verschlussstopfen im Service-Set Luft erhältlich.
Wichtig: Auch der Einsatz von Luftbindern ist kein Garant dafür, dass nicht erneut Luft entsteht – das liegt in der Natur des Mediums Wasser.
Schritt 5: Undichten Einfüllstutzen abdichten
Kehrt die Luft trotz Behandlung zurück, ist häufig der Einfüllstutzen im Laufe der Jahre leicht ausgeweitet und schließt nicht mehr sauber ab. Der POM-Verschlussstopfen hat einen speziellen Dichtungsgummi, der auch ausgeleierte Stutzen wieder zuverlässig abdichtet.
Vorbeugen
Verwenden Sie einmal jährlich pro Liegefläche eine Flasche Konditionierer 250 ml. Der jährliche Pflegezyklus verhindert die häufigste Ursache wiederkehrender, deutlich erhöhter Luftbildung – nämlich eine schleichende Verkeimung des Wassers.
Passende Produkte im Überblick
- Runa Entlüftungspumpe – für gründliches Entlüften
- Konditionierer 250 ml – jährliche Pflege
- Aquashock Wasserentkeimer 250 ml – bei bakteriellem Befall
- Service-Set Luft – Komplettlösung bei deutlich erhöhter, nicht-bakterieller Luftbildung
- POM-Verschlussstopfen – bei ausgeweitetem Einfüllstutzen


